Typeface.js: Alternative zu sIFR?

Typeface.js war auch eines meiner Themen in der letzten Technikwürze.

Es geht um eine Alternative zu sIFR, die Anfang letzter Woche für etwas Aufsehen gesorgt hat. Typeface.js, dass von David Chester vorgestellt wird. Mehr Schriftenvielfalt im Web durch JS. Schriftarten, die systemseitig bei den Besuchern nicht unterstützt werden, sollen damit serverseitig geliefert werden. So z.B. lassen sich dann für Überschriften individuellere typograpfische Dinge anstellen.

Was ist anders als bei sIFR?

  • kein Flash, keine Grafiken
  • JS Bibliothek und ein Perl-Script inkl. Zubehör, die
  • Truetype Fonts verarbeiten

Bisher sieht das ganz vielversprechend aus. Und im Vergleich zu sIFR ist es schneller implementiert, also etwas handlicher. Ein kleiner Rockstar dieses typeface.js Und wie das mit Rockstars so ist, finden sie manche nicht brav genug.

Einschränkungen

Das Paket ist ziemlich groß (typeface.js 17kb, das Skript das die Schrift rendert über 60kb, dazu das Perlscript). Auch deswegen wird hier wie bei sIFR empfohlen, das Ganze mit Rücksicht auf die Performance auf Überschriften zu beschränken. Ein Performance-Gewinn gegenüber sIFR ist also eher nicht zu erwarten.

Weitere Problemchen: Transformierte Texte können nicht markiert und kopiert werden, Opera scheint auch nicht damit zu können. Und natürlich auch Bedenken gegenüber der Benutzbarkeit sowie die Grundsatzfrage, ob man es überhaupt braucht.

Status von typeface.js

Typeface.js befindet sich natürlich noch in der Beta und so wird wohl das ein oder andere Problem in den nächsten Versionen noch gelöst.

Einen Test ist es allemal wert, sucht man z.B. eine Alternative zu sIFR. Also einfach mal ausprobieren, wenn man meint es evtl. Für Projekte gebrauchen zu können. In 5 Minuten hat man eine kleine Testseite aufgesetzt.

Haken an der Sache

Schwieriger als bei sIFR verhält es sich mit den Lizenzfragen, die im Hinblick auf die verwendeten Truetype-Fonts zu berücksichtigen sind. Darauf weist auch der Entwickler ausdrücklich hin.

Please, please, be aware that you must assure for yourself that you have the right to embed any fonts you convert using this utility.

Insofern ist das ein mehr als kleiner Makel an typeface.js. Die neu gewonnene Schriftenvielfalt ist damit wieder relativiert.

Wo bleibt der Genuss ohne Reue?

Egal ob sIFR oder typeface.js. Was bleibt ist die Forderung nach einer breiteren Unterstützung von Schriften durch die Browser- und Systemhersteller, auch für die Webentwicklung. In der Weise, dass eine größere Vielfalt an Schriften für den direkten Zugriff zur Verfügung steht. Eine Zeile CSS…

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

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  2. Hey,

    in Sachen Lizenzfragen finde ich nicht, dass es ein „Makel“ ist, dass die Nutzer selbst aufpassen mögen. Abgesehen davon, hab‘ ich auch schon einige Agenturen gesehen, die sich einen Mist um Lizenzen bei Software und Fonts scheren. Auf lange Sicht werden hoffentlich von den Fontschmieden selbst entsprechende einbettbare Schriften bereit gestellt oder wir werden, solange der Browser nicht auf die Durchsetzung der Lizenz achtet, eine ähnliche Situation wie bei den roten Ampeln im Straßenverkehr haben. Es verstoßen so viele Leute dagegen, dass eine Verfolgung einfach nicht realisierbar ist.

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