Was ist also Userexperience (UX)?

Definition UX (by Usabilla)

Es ist allgemein schwer, jemandem zu erklären, was man beruflich macht. V.a. dann, wenn man als Webdesigner mit Aufgaben aus Gebieten wie Informationsarchitektur (IA), Userexperience (UX) und ähnlichen befasst ist.

Oft wird gefragt: Was ist eigentlich Userexperience? Hat was mit Usability zu tun, werden viele antworten. Ein für mich relativ neuer Definitionsansatz sieht Userexperience nicht als Teil von Usability, sondern setzt sie als Schirm darüber – und über andere (verbundene und verwandte) Disziplinen.

The UX umbrella covers a combination of skills and processes from areas including creative design, technical development, information design, human-computer interaction and psychology.Usability to the UX

Anne machte sich erst kürzlich die Mühe, allgemein etwas Ordnung in den Buzz-Wald unserer Branche zu bringen.

Haben sich hier nicht ein paar Kunstbegriffe entwickelt, die bei näherer Betrachtung auf das Wesentliche reduziert werden könnten, nämlich auf den Benutzer oder noch einfacher den Menschen?Ordnungsversuch: die usable-user-Begrifflichkeiten

Sie schließt dann mit der Frage:

Wäre es nicht gelungener, seinem Kunden das Prinzip der User Experience plausibel zu machen? Gerade dieses “zufrieden und glücklich”, eine Art Genugtuung bei der Benutzung (und damit verbunden natürlich auch der Mehrwert, Produkt oder Website unter die Leute zu bringen), ist vielleicht leichter verständlich als dieses inzwischen so abgedroschene(!) “Usability”?Ordnungsversuch: die usable-user-Begrifflichkeiten

Ein paar Links zum Thema sollen nur mal aufziegen, wie vielfältig das Gebiet ist.

Vieles deutet darauf hin, das die UX als Oberbegriff gesehen werden kann. Eine saubere Definition zu finden dürfte nicht möglich sein. Aber das ist auch nicht so wichtig.

Im Prinzip ist jeder Webdesigner eben auch eine Art UXer. Wir alle haben das Ziel, den Besuchern einer Website ein kurzweiliges und im Endeffekt zufriedenes Erlebnis zu ermöglichen. Und je nach Spezialisierung hat jeder seine Schwerpunkte bei der Arbeit als Webdesigner. Aber immer liefert er oder sie einen Beitrag zur UX.

13 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Erstmal danke für die Referenzierung auf meinen Versuch.
    Mir gefällt nach wie vor die Vorstellung der Usability als eher qualitative Größe.
    Wichtig sicherlich: UX kann auf Usability zurückgeführt werden, muss aber nicht. Mit Sicherheit steigt die positive UX mit zunehmender Usability dann, wenn andere Faktoren ebenso zu positiver UX beitragen.
    Usability damit als Größe, die in Abhängigkeit weiterer Größen zu positiver UX führen kann?
    Andererseits:
    Ist nicht auch die in der UX neben „Zufriedenheit“ genannte „Aufgabenangemessenheit“ eine messbare Größe?
    Ich habe derzeit eine vage Vorstellung von einem Diagramm, vielleicht kriege ich es ja eines Tages hin?

    Der englischsprachige Artikel ist sehr lesenswert, besonders folgender Satz gefällt mir:
    „Whereas usability has a narrow focus on efficiency of use, UX as a whole is concerned with the resulting feelings, emotions and attitudes.“ – und macht es gleichzeitig so schwierig.

    Bestimmt gilt, dass ich einen Kunden eher davon überzeugen kann, eine Website zu gestalten, die den Besuchern flaspig gesagt, Spaß macht – da fällt die Argumentation dann doch leichter als Gegenargumenten wie „Usability ist doch nur was für die DAUs“ entgegenzuhalten.

  2. Hallo Björn,

    vielen Dank für den Artikel. Ich war das Wochenende in Berlin auf dem UXcamp und dort hat sich das bestätigt, was ich hier bei dir lese.

    Ich sehe UX im Ansatz auch Ganzheitlich – ebenso wie das Thema Design. Wenn ich ein gutes Produkt schaffen möchte, dann muss ich die übergreifenden Disziplinen für mich als Beteiligter verinnerlicht und definiert haben – auch wenn ich mich mit anderen im Team darüber austauschen möchte.

    Es ist wichtig Begriffe vorerst zu definieren, bevor ich mich darüber austausche, denn der gleiche Begriff wird oft so verschieden ausgelegt und verstanden, wie er benutzt wird – leider.

  3. @Malte: Es fehlt in der Tat oft an der ganzheitlichen Betrachtung. Bzw. daran, dass man sich Disziplin übergreifend austauscht.

    Du hast Recht. Eine Definition kann eigentlich wirklich nicht schaden. Zumindest eine Einigung auf Zielsetzungen und Abgrenzung der Aufgaben, sowie die Definition geeigneter Schnittstellen.

    Sonst haben wir den Effekt von „Jetzt haben wir komplett aneinander vorbei geredet und uns trotzdem gut unterhalten.“ (http://bs-markup.de/blog/archiv/2006/11/10/klartext/).

  4. Thank you for referencing our article and I am glad you found the material interesting.

    @anne I also tend to agree with Matt (over at Red Ant), with his closing comments that you highlighted. Whilst both usability and UX have to address the audience UX must take that next step to communicate with the audience on a far greater level.

  5. @Björn:

    Jetzt haben wir komplett aneinander vorbei geredet und uns trotzdem gut unterhalten.

    Genau das meinte ich :-) (Das Zitat hab ich mir gleich notiert.) Die Definitionen der jeweiligen Berufsbezeichnungen ist für mich immer wieder ein Thema, bei dem ich nachfragen muss, bis ich ein Bild davon habe was mein Gesprächspartner wirklich macht …

  6. Hi Björn, danke für deinen Artikel.

    Ich sehe es auch als übergreifende Disziplin konzeptioneller Natur
    (Erstellen von User Scenarios etc..), die den User & dessen Bedürfnisse in den Mittelpunkt des Geschehens rücken… Screen/Interfacedesign ist nur ein Teil davon, der danach erfolgen sollte. Wobei eine miserable Usabilty eine gute UX überhaupt nicht ausschliesst ( s. Amazon, Myspace…)

    Interessantes Thema, oft leider sträflichst vernachlässigt. „Konzept? Brauche mer net!“ ;)

  7. @steffi: Das Bsp. Amazon hinkt etwas. Ich brauche ein Buch, weiß dass sie alles haben und bestelle dort. Ein wirklich positives Nutzungserlebnis hatte ich dann noch nicht ;-)

    Da wiegen dann v.a. desirable, credible und finable schwerer. Es fehlt an relevanter Konkurrenz. Ähnlich ist das bei unserem größten Personenbeförderungsbetrieb ;-)

  8. @Björn:
    Guten Morgen Björn!
    Das mit dem Monopol/ fehlender rel. Konkurrenz stimmt im Fall Amazon & Myspace, ebay etc.. den ganzen „Riesen“ natürlich :). Wollte damit nur sagen, das Sie trotz ihrer schlimmen Benutzerführung trotzdem gut mit ihren Nutzern kommunizieren, indem sie z.B. relevante gut durchdachte Meldungen bei bestimmten Prozessen ausgeben (und myspace hat das UX Erlebnis schlechthin für die relevante Zielgruppe.)
    Der User hat trotz der mangelnden Usability das Gefühl, dort irgendwie gut aufgehoben zu sein – kommt natürlich auch durch z.B. Kundenservice etc. zustande …das große Ganze eben. Es gibt viel zu entdecken, etc.. Begehrt ist das ganze natürlich auch, weil es alle nutzen, und was alle nutzen ist gut. ..
    Wäre doch mal ein Thema für den Webmontag, oder? :D

  9. @steffi: Sollten wir auf jeden Fall beim Webmontag thematisieren :-)

    Du hast auch Recht mit dem gut aufgehoben sein. Im Gesamtergebnis bin ich das bei Amazon z.B. auch.

  10. Danke für den Artikel und die weiterführenden Links. Ich habe das Gefühl, dass ist genau was ich mache. Nur wusste ich bisher nicht, wie es heißt :-)
    Gruß, Martin
    Btw: Interessanter Blog. Werde weiter folgen…

  11. Pingback: Nochmal: User Experience?! - Netzlogbuch

  12. Pingback: "Webstandards sind eine gute Webdesign-Grundlage", sagt Björn Seibert | Maclites