CSS3 – Vor dem Endspurt?

CSS3 wird viele Neuerungen und auch Verbesserungen mit sich bringen. Dinge, auf die wir Webdesigner schon lange sehnsüchtig warten. Sehr lange. So z.B. auf das Multi-Column Layout. Seit Jahren kann man über CSS3 lesen und auch damit experimentieren. Vom produktiven Einsatz scheinen wir aber immer noch weit entfernt. Einen konkreteren Ausblick bot bereits vor ziemlich genau zwei Jahren Dirk Jesse, in einem Artikel auf webkrauts.de: CSS3 – Alles wird gut?

Dieses Jahr liegt CSS3 also auch nicht unter dem Christbaum. 2009 darf wohl auch bezweifelt werden. So schön die Aussicht auf die neuen Möglichkeiten auch sein mag. Es zieht sich schleppend hin. Im Extremfall droht CSS3 zu veralten, bevor es implementiert ist.

Laaaangsaaaam

Langsam wird’s mal Zeit. Den Entwurf zu CSS3 gibt es bereits seit 2001(!). Hier darf die Frage erlaubt sein, ob das Neue was da kommt, nicht schon veraltet ist, bevor es da ist. Ob sich in der Zwischenzeit nicht neue Anforderungen und Begehrlichkeiten ergeben haben und weiter ergeben werden, die in weiteren Entwicklungen wieder vor uns Webdesignern hergetragen werden.

Natürlich haben die Browserhersteller einen nicht ganz unwesentlichen Anteil an diesem Umstand. Allen voran der blaue Riese aus dem Hause MS. Die Kombination seiner starken Verbreitung gepaart mit fehlender Unterstützung grundlegender CSS2.1 Eigenschaften bzw. Möglichkeiten, bremste die Entwicklung. Eric Meyer nennt diese Zeit das “IEnterregnum”.

We had a great big long pause in CSS advancement in the first half of this decade– I call it “the IEnterregnum”– and it’s only been recently that we’ve seen browsers pushing past the edges of CSS2 in any major way.Six Questions: Eric Meyer on CSS3

Die Zeit ist reif

IE 8 wird als letzter seiner Zunft, wie andere auch, nur noch wenige Wünsche offen lassen, was die Implementierung von CSS2.1 betrifft. Durch die ziemlich breite Unterstützung von CSS2.1 ist damit auch eine gute Ausgangsbasis für die neuen Entzwicklungen gegeben.

Zu hoffen bleibt, dass sich in diesem Fall dann Geschichte nicht wiederholt. 2009(?) die Empfehlung und 2016 dann die breite Unterstützung von CSS3. Die jüngeren Entwicklungen (s. IE7 und IE8) lassen aber auf bessere Zeiten hoffen. Jetzt ist schon eher Vorfreude angesagt.

Probleme mit CSS3?

Matt Wilcox hat scheinbar größere Probleme mit CSS3, die er in The fundamental problems with CSS3 näher beschreibt. Dabei macht er sich v.a. auch über die, aus seiner Sicht, nicht konsequente Implementierung bestimmter CSS3 Features bzw. Module Gedanken. Daraus entwickelt sich dann im Anschluss auch eine teils erhitzte, dadurch aber auch sehr informative Diskussion zum Thema.

Weiter warten und beobachten

Als Webdesigner, der nicht in irgendwelcher Form direkt an der Entwicklung eines Standards beteiligt ist, bleibt einem nur zu warten und die Entwicklungen aus sicherer Entfernung zu beobachten. Zur Beobachtung der weiteren Entwicklungen zu CSS3, bieten sich derzeit v.a. zwei Informationsquellen an.

Zum Zeitvertreib für Zwischendurch und zum Träumen bietet sich der Artikel des Kulturbanausen an: Einführung in CSS3

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Foto: snail

8 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Zum Glück ist es nicht mein Zeitplan :-P

    Ich sehe das mittlerweile sehr entspannt. Wenn’s kommt, dann kommt’s. In der Zwischenzeit habe ich auch genug andere Dinge zu tun :-)

  2. Mittlerweile bin ich nicht mehr so komplett positiv zu den Fähigkeiten des IE8 eingestellt wie Du – und wie ich noch im Sommer war. Mittlerweile hat Microsoft selber dokumentiert, welche CSS-Eigenschaften (CSS 2.1 und 3) von welchem IE unterstützt werden (sollen). Der IE8 ist dabei gegenüber dem IE7 an 21 Positionen eine echte Verbesserung, weil er Eigenschaften neu unterstützt. Es bleibt aber ein extrem großer Teil an Eigenschaften, die nicht unterstützt werden. Die neuen CSS3-Features sind fast komplett darunter.

    Noch immer ist der Riese behäbig. Und er wird es bleiben. Auf lange Sicht iast die Strategie des “Progressive Enhancements” die einzig erfolgversprechende, wenn wir uns nicht weiter nur an den halbgaren Browsern aus Redmond orientieren wollen.

  3. Ich sehe das auch nicht ganz so rosig. Aber besser dürfte es werden.

    Auf lange Sicht iast die Strategie des “Progressive Enhancements” die einzig erfolgversprechende, wenn wir uns nicht weiter nur an den halbgaren Browsern aus Redmond orientieren wollen.

    So würde ich das auch sehen. Bsp. “runde Ecken”. Sind sie nicht abgerundet schadet das nicht und beeinflusst in den meisten Fällen noch nicht mal den Gesamteindruck einer Oberfläche. Sind solche Features aber zentrales Feature, muss man sich den Mehraufwand geben.

    Da CSS3 auch – zu befürchten – noch länger braucht nimmt sich das MS vielleicht erst für den nächsten vor. Nachvollziehbar – wenn auch für mich als Webdesigner nicht befriedigend – ist, dass MS nichts implementiert, was nicht fertig ist. Auf der anderen Seite war CSS vielleicht auch noch nie fertig ;-)

  4. Bin jetzt auch mal gespannt wann der Durchbruch kommt. Ich denke 2010 könnte ein gutes Jahr in diesem Bereich werden. Was mir aber viel lieber wäre, wenn der IE6 endlich von der Oberfläche verschwindet.

  5. Pingback: CSS3 – es kann losgehen | Webzeugkoffer Webdesign