Die barrierefreie Redaktion

Gestern erschien bei t3n der Artikel „Erfolgsrezept TYPO3“: Deutscher Apotheker Verlag setzt auf das Open-Source-CMS. Die Intention des Artikels bestand wohl nicht darin, eine Diskussion zu Barrierefreiheit und Webstandards zu entfachen.

Dazu kam es aber trotzdem ;-) Die Diskussion ist – wenn teils auch etwas Pingpong artig geführt – nicht ganz uninteressant. Und offenbart zwischen den Zeilen weitere interessante Aspekte. So z.B. auch den des Einflusses von Redakteuren auf die Barrierefreiheit.

Wenn man aber 10 Redakteure hat, die HTML Code eingeben, wie sie gerade lustig sind, hilft weder das W3C noch ein Validator… ;-)

Stimmt bedingt, wie auch ein folgender Kommentar anmerkt.

Hier könnte einer der zahlreichen zertifizierten Entwickler in Ihrem Haus sicher weiterhelfen und den RTE ordentlich konfigurieren. Das kann schlechten Redakteurscode signifikant mindern.

Stimmt. Aber auch so lassen sich Fehler nie ganz ausschließen. Ein noch so gezielt konfigurierter Editor verhindert nicht alle Fehler. So war es auch bei uns im Fall einer großen Webseite, wo trotz zusätzlicher Schulungen und Guidelines für Redakteure, immer wieder mal Fehler auftraten. Aber auch das ist ganz normal.

Das Zauberwort heißt Qualitätssicherung. Auch eine fertige und zum Startzeitpunkt fehlerfreie Webseite, muss in regelmäßigen Abständen geprüft werden. Nur so lässt sich Qualität halten.

Eine Website ist eben nie fertig. Die Einhaltung von guten Standards und Prozessen ist auch und v.a. im Betrieb essentiell für die Qualität und den Fortbestand einer Webseite.

Also – unabhängig vom Thema Barrierefreiheit – ist es schlicht und ergreifend so: Es gibt keine automatische Hohmpäidsch (Artikel hier im Webzeugkoffer).

8 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ich finde Barrierefreiheit gut und an einigen Stellen sogar notwendig. Man sollte nicht grundsätzlich alle Seiten verdammen die nicht barrierefrei sind, gerade Spielereien mit JavaScript sind einfach stand der Technik.

    Hier wurde aber ein klarer Fehler gemacht, gerade weil die Zielgruppe sicher überdurchschnittlich viele Menschen mit Behinderung enthält.

  2. Pingback: » Typo-frickler in Hochform « Trash-Log Blog Archive

  3. Als das Prinzip der modernen Qualitätssicherung besteht schon lange nicht mehr in Maßnahmen, die NACH der Fertigstellung eines Produktes durchgeführt werden. Das Zauberwort heißt Qualitätsplanung, die man im Vorfeld durchführt.

    Im Nachhinein ausgeführte Kontrollmaßnahmen jeglicher Art entziehen sich der Kalkulation.

    Wenn aber vor der Freigabe eines Produktes oder überhaupt ein Procedere geschaffen wird, dass die grössten bekannten Fehlerquellen abdeckt, dann kann man damit bereits wiederkehrende Fehler ausschliessen.

    Nun muss nicht jeder WebEntwickler den Qualitätsaufwand eines Konzernes betreiben.

    Aber die einfachste Möglichkeit, Qualitätssicherung VOR der Freigabe zu betreiben, ist eine ganz simple Checkliste.

    In ihr müssen die Kontrollpunkte eben definiert sein und sie muss von denjenigen Menschen, die diese Kontrollen durchführen, unterschrieben werden, damit das Prinzip Qualitskontrolle funktioniert. Eine Unterschrift für einen Prüfvorgang zu leisten, den man durchgeführt hat, ist eine Verbindlichkeit, die man mit ich selber eingeht. Denn Fehler, die bei dieser Kontrolle auftreten, hat man somit selber dokuentiert und das ist dann nachvollziehbar.

    Alle Qualitätssicherungsmaßnahmen jeglicher Art sind stets gleich, egal für welches Produkt oder um welchen Service es sich handelt. QS definiert sich in übergeordneten Begrifflichkeiten…

    Genauso wie jeder Webmaster oder Blogger eine Checkliste haben sollte, bevor er einen Post veröffentlicht, kann jeder WEbentwickler diesen Schritt ebenfalls gehen und eine Checkliste abarbeiten, die die häufigsten Fehlerquellen abdeckt.

  4. @Manu: Danke für den sehr ausführlichen Beitrag zur Diskussion.

    Das Zauberwort heißt Qualitätsplanung, die man im Vorfeld durchführt.

    Sehe ich genau so. Und der Qualitätsprozess ist stetig, läuft parallel zu allen Projektprozessen und nach Abschluss des Projekts, im Betrieb weiter.

  5. Ja, genauso ist es. Es gibt neben deinem Beispiel genügend andere, gerade auch im Web. Das fängt bei deinem Beispiel an und endet bei unkontrollierten Tweets von Firmenangehörigen, die der Reputation des Unternehmens schaden.
    Mach weiter so mit deinem Blog, ich schau mal wieder rein.