Was ist gutes Blogdesign? Teil 2

Im ersten Teil wurde ein Blick auf gelungene Designs geworfen und deren individuelle Note. Dieser Teil beschäftigt sich mit Kriterien, die im weitesten Sinne dem Informationsdesign oder Contentdesign zuzuordnen sind.

Information design is defined as the art and science of preparing information so that it can be used by human beings with efficiency and effectiveness.
Robert E. Horn

Information so aufbereiten, dass sie von Menschen bestmöglich aufzunehmen ist. Aber auch ansprechend aufbereitet sollten die Informationen sein. Insgesamt schöner Lesen in Blogs. Dabei gilt es aber auch darauf zu achten, dass zu viel Firlefanz ablenken kann. Gut lesbare Inhalte und Orientierung stehen im Vordergrund.

Linkliste zum Thema am Ende des Artikels.

Wenige, wichtige Features und Informationsblöcke

Im Zweifel sollte der Einsatz von Features reduziert werden. Der Featureritis ist vorzubeugen. Am meisten geschätzt sind von Lesern solche Features, die Inhalte sinnvoll organisieren, aufbereiten, in Szene setzen und dem Leser zusätzlich die Orientierung erleichtern.

Zusätzliche Informationen – oft zur Person im Sozialen Netz (Twitter, flickr, last.fm & Co) – müssen nicht allesamt mit Hilfe von Plugins und Schnittstellen überall auf die Oberfläche des Blogs befördert werden. Wenige zentrale ja. Und im Zweifel spendiert man diesen Zusatzinformationen eine separate statische Seite.

Welche Informationen und Funktionen sollten gut sichtbar platziert werden?

Die Navigation besteht aus mehr, als der meist oben horizontal oder links vertikal angeordneten Hauptnavigation. Weitere Teilnavigationen oder Informationsblöcke dienen der Fortbewegung der Besucher und schließlich ihrer Orientierung.

Blogs are often too internally focused and ignore key usability issues, making it hard for new readers to understand the site and trust the author.The Top Ten Design Mistakes

  • Autor und Themen
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  • Aktuellste Kommentare
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  • Ähnliche Artikel
  • Blogroll?

Gerade die aktuellsten und beliebtesten Posts sind ein guter Wegweiser. Dann, wenn man das Blog noch nicht kennt, ist es oft interessant zu wissen, wo es am meisten glüht. Genauso die aktuellsten Kommentare. Wobei sich eine solche Übersicht wohl erst ab einem gewissen Umfang lohnt.

Nennt mir der Autor Webdesign als Themenkomplex , interessiert mich weitergehend, welche Disziplinen konkret im Blog besonders stark gewichtet sind. Ein Muss ist daher eine Übersicht der Kategorien und/oder Tags.

In diesem Zusammenhang spielen auch die Archive eine wichtige Rolle. Immer wieder darf man neue Leser begrüßen. Diese möchten sich eine Übersicht zur Vorgeschichte verschaffen und weitere interessante Inhalte finden.

Ähnliche Artikel bieten Orientierungsmöglichkeiten für neue oder gelegentliche Leser. Hat ein Artikel gefallen, interessiert man sich u.U. zu weiteren Einträgen, die thematisch verwandt sind. Eine kleine Auswahl dazu anzubieten ist eine gute Sache.

Fraglich ist die Blogroll? Sie scheint immer mehr an Bedeutung zu verlieren. Ich persönlich vermisse sie nicht, wenn sie nicht da ist. Finde sie aber oft doch interessant, wenn ich ein Blog nicht kenne und mich vielleicht für die persönlichen Präferenzen des Autors interessiere, um so den Kosmos um sein Wirken einordnen zu können.

Aufbereitung von Content

Contentdesign soll v.a. dafür sorgen, die Aufmerksamkeit der Besucher zu gewinnen und schließlich die gute Lesbarkeit der Inhalte zu gewährleisten. Design hat auch hier nicht nur gestalterische Aufgaben.

Aufmerksamkeit

  • Leadgrafiken für (größere) Artikel
  • Diagramme zur Visulalisierung komplexer Zusammenhänge
  • Zwischenüberschriften

Leadgrafiken können zunächst die Aufmerksamkeit auf einen Artikel lenken. Großformatige Grafiken oder Fotos, über die gesamte Breite des Contentblocks, setzen ein deutliches Zeichen. Außerdem können sie für Abwechslung sorgen und u.U. sogar das Design stützen und mit tragen. Im Idealfall passen die Grafiken gut zum Inhalt des Artikels, oder visualisieren direkt die Kernaussage.

Geht es um die Dartsellung komplexerer Zusammenhänge, wie z.B. “x% der Leser gaben an, dies und das zu tun”, sind Diagramme eine willkommene Unterstützung. Die Aufnahme solcher Informationen wird erleichtert.

Zwischenüberschriften signalisieren den Lesern einen neuen gedanklichen Zusammenhang. Sie schließen den Gedanken zum vorhergehenden Abschnitt ab und werden auf einen neuen Zusammenhang aufmerksam gemacht. Außerdem erlauben die Zwischenüberschriften Lesepausen.

Lesbarkeit

Der Informationsgehalt kommt oft erst dann zum tragen, wenn die Leser bereit sind, die Artikel ganz zu lesen. Weil aber die Leser im Web zunächst zum Scannen der Inhalte neigen, bevor sie entscheiden genauer hinzusehen, gilt es die Scanbarkeit der Inhalte zu unterstützen.

  • Schreibstil
  • Schriftarten,Zeilenlängen, Zeilenhöhe, Whitespace
  • Portionierung durch Zwischenüberschriften und Absätze

Der Schreibstil sollte nicht zu ausführlich sein. Es gilt zu versuchen, mit möglichst kurzen Sätzen, schnell auf den Punkt zu kommen. Eine oft zitierte Regel: Ein Gedanke pro Absatz. Aufzählungen sollten wenn möglich in Listen gepackt werden.

Die Lesbarkeit von Texten wird durch Zeilenlängen und -abstände entscheidend beinflusst. Man sollten den Texten großzügige Zeilenhöhen spendieren. Vertikal gequetschte Texte sind schwerer lesbar. Auch die Zeilenlänge sollte gut bemessen sein. Vor allem die maximale Breite ist hier das Kriterium. Sind die Zeilen zu lang, fällt der Sprung zur nächsten Zeile oft schwer.

Bei den Schriftarten sind serifenlose, solchen mit Serifen vorzuziehen (im Gegensatz zu gedruckten Texten). Also eher Arial oder Verdana für Fließtexte, als z.B. Georgia. Serfifenschriften hingegen, haben oft wiederum einen besonderen Charme bei Überschriften. Dann wenn sie groß sind und die Serifen, die Lesbarkeit nicht beinträchtigen.

Zwischenüberschriften helfen beim Scannen von Inhalten. Das Ziel besteht zwar darin, dass Texte ganz gelesen werden, zunächst aber orientieren sich die Besucher eher scannend.

Die Links zum Thema

Die Serie im Überblick

Was ist gutes Blogdesign? Teil 1

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